Gosseler Osterpfitzen 2012
- 100-jähriges Jubiläum vom 5. bis 8. April 2012 -

Die Pfitzzange!!!
Vier Burschen werden wieder in die "Zange" genommen, mindestens 16 Jahre müssen sie sein und aus Gossel stammen, um in den Kreis der Männer aufgenommen zu werden. Ihnen ist alsdann erlaubt ... § 1 der Burscheninnung von 1913:
Der Traditionsverein Gossel e. V. (Veranstalter) mit Burscheninnung Gossel 1912 hat eingeladen zu diesem ganz besonderen einmaligen thüringer Brauch.
Aus der Burscheninnung: "Es hat ein jeder aus der Schule Entlassene und zum Burschen Gemachter das Recht, sich an einen Tisch im Gasthaus oder in der Gemeindeschenke zu setzen, doch mit der Bedingung, dass er um Erlaubnis fragt, und seine Kopfbedeckung abtut."
Bilder und Eindrücke vom 90-jährigen Jubiläum (2002)

Ostersonntagmorgen - 9:30 Uhr ziehen die 5 Burschen, geschmückt mit der Burschenblume und mit dem Tragkorb ausgerüstet, durch den Ort und sammeln Naturalien – Eier, Knackwurscht, Brot, Speck, Brandwein ...

Marco Heyder
Um 11:30 Uhr erfolgte dann der Einmarsch ins Gasthaus "Zur Erholung" – wo das Pfitzen an den Burschen vollzogen wird.

Marco Heyder, Vorsitzender des Vereines, begrüßte die vielen Besucher und Gäste und verlas, wie alljährlich, die Chronik über das Osterpfitzen.

Jedoch wurde zuvor an ein besonderes Ereignis erinnert. Der Verein stöberte bei Recherchen ein altes Foto auf. Auf dem Foto ist die Einweihung des Denkmals 1927 zu Ehren der Gefallenen des Krieges 1914 – 1918 auf dem Kirchhof zu sehen. Die damalige Burscheninnung hat diese Einweihung vorgenommen, vor 75 Jahren. Dies nahm der heutige TVC zum Anlass, eine kleine Fotoausstellung zum Osterpfitzen zu präsentieren.

Natürlich spielt zünftige Blasmusik dazu - die "Körnbergmusikanten" aus Finsterbergen.



Der Bürgermeister sprach einige dankende Worte und überreichte nach überlieferter Tradition (ein festgelegter Zins) einen Scheck von 55,20 EURO.

Extra aufgebaut, ein Podest, geschmückt, welches der Bursche betritt. Er wird von seinem ernannten Pfitzpaten durch das Kneifen mit der Zange in den Oberschenkel als "Mann in die Burschenschaft" aufgenommen.




Das Zutrinken nach Paragraf 6.

Nun erfolgte natürlich nach dem Brauch, dem Paragraf 6 entsprechend:
§ VI
Wenn ein zum Burschen Gemachter von der Zange los ist, soll er eine Kanne Bier auf seine Kosten trinken und seinem ersuchten Paten aus voller Kanne mit abgenommener Mütze zutrinken

Im Hof des Gasthauses fand ein zünftiger Frühschoppen statt. Es wurden viele Geschichten erzählt bei gegrilltem Hammel und Thüringer Bratwurst.



Ein besonderer Dank gilt: der Gemeinde Gossel, der Agrargesellschaft Gossel mbH, dem Sport- und Kulturamt des Ilmkreises und allen freiwilligen Helfern
Die Burschen mit ihren Pfitzpaten
von links nach rechts:
Felix Hemmecke mit Pate Patrick Hartung, Stefan Blaschczok mit Pate Siegfried Willing, Marcel Reutermann mit Pate Ronny Kleiber, Chris Rieger mit Pate Axel Möller und Patrick Walter mit Pate Thomas Graf