Die Figur stellt den Heiligen Jacobus von Compostela dar. Die Legende führt diesen Jacobus auf den Jünger Jesu zurück. Er habe längere Zeit in Spanien gepredigt. In der Folge entstand dort allmählich eine herrliche Kathedrale und die Stadt Santiago de Compostela. Dieses Santiago wurde etwa vom 9. Jahrhundert an zum berühmten Wallfahrtsort, der berühmteste des Mittelalters nach Jerusalem und Rom. Diese Wallfahrten waren allgemein eine bedeutende kulturelle Erscheinung, deren Dimension und Abläufe wir heute kaum noch nachvollziehen können. Bei den Santiagopilgern hatte sich im Laufe der Zeit das Brauchtum herausgebildet, ihre Wallfahrt äußerlich zu dokumentieren:
Nach Erreichung ihres Zieles sammelten sie an der relativ nahen Atlantikküste Muscheln und befestigten sie an ihrer Kleidung. Die Muschel am Hut brachte somit für Gossel des Rätsels Lösung. Da der Heilige Jacobus der Schutzheilige der Pilger und Wallfahrer war, gibt es eine direkte Beziehung zur alten Gosseler Überlieferung. Sie spricht von einstiger Klosterexistenz, von Wallfahrtsstreit und Kreuzsetzungen. Mit ihrer Entscheidung für diesen Heiligen wollten wohl unsere Vorfahren das Andenken an die frühe bewegte Vergangenheit des Ortes wachhalten. Das Bildnis des Jacobus wird somit zu den Stützen der Überlieferung zu rechnen sein, ist archivalisch aber nicht belegbar.