Historie

Nach neuesten Forschungsergebnissen im Mainzer Urkundenbuch
ist die erste urkundliche Erwähnung bereits im Jahr 1143 erfolgt!

Das neue Gosseler Wappen.
Der zentrale Teil des neuen Wappens stellt einen Mann mit einem Muschelhut dar
- der Heilige Jacobus von Compostela. Desweiteren sind drei goldene Kugeln und
drei Kreuze zu sehen.

Der zentrale Teil des neuen Wappens stellt einen Mann mit einem Muschelhut dar. Desweiteren sind drei goldene Kugeln und drei Kreuze zu sehen.

Die Figur stellt den Heiligen Jacobus von Compostela dar. Die Legende führt diesen Jacobus auf den Jünger Jesu zurück. Er habe längere Zeit in Spanien gepredigt. In der Folge entstand dort allmählich eine herrliche Kathedrale und die Stadt Santiago de Compostela. Dieses Santiago wurde etwa vom 9. Jahrhundert an zum berühmten Wallfahrtsort, der berühmteste des Mittelalters nach Jerusalem und Rom. Diese Wallfahrten waren allgemein eine bedeutende kulturelle Erscheinung, deren Dimension und Abläufe wir heute kaum noch nachvollziehen können. Bei den Santiagopilgern hatte sich im Laufe der Zeit das Brauchtum herausgebildet, ihre Wallfahrt äußerlich zu dokumentieren:

Nach Erreichung ihres Zieles sammelten sie an der relativ nahen Atlantikküste Muscheln und befestigten sie an ihrer Kleidung. Die Muschel am Hut brachte somit für Gossel des Rätsels Lösung. Da der Heilige Jacobus der Schutzheilige der Pilger und Wallfahrer war, gibt es eine direkte Beziehung zur alten Gosseler Überlieferung. Sie spricht von einstiger Klosterexistenz, von Wallfahrtsstreit und Kreuzsetzungen. Mit ihrer Entscheidung für diesen Heiligen wollten wohl unsere Vorfahren das Andenken an die frühe bewegte Vergangenheit des Ortes wachhalten. Das Bildnis des Jacobus wird somit zu den Stützen der Überlieferung zu rechnen sein, ist archivalisch aber nicht belegbar.

Die drei goldenen Kugeln stehen als Attribute des heiligen Nikolaus und symbolisieren eine früher einmal existierende Kirche. Die Überlieferung spricht von der Existenz eines Nonnenklosters.

Die Faktenlage ist im Wesentlichen folgende:

Die alte Überlieferung ist ein Bedingungsgefüge mit der Anfangsbehauptung der einstigen Existenz eines Nonnenklosters. Zur Frage der Klosterexistenz bleibt nur übrig, sie - pauschal - vor Anno 1100 zu suchen. Warum nicht?

Die urkundliche Erwähnung Gossels im Jahre 1170 als "Guslo" steht dem nicht entgegen, sie besagt doch nur, dass diesseits dieser "Markierung" gesicherte Nachrichten vorliegen, während das Dasein des Ortes davor im Dunkel liegt.

Nach neuesten Forschungsergebnissen im Mainzer Urkundenbuch ist die erste urkundliche Erwähnung bereits im Jahr 1143 erfolgt!

Ursprünglich waren es sieben Kreuze.

Nach der alten Aussage standen die (ehemals) sieben Kreuze (für sieben erschlagene Waller) gut 300 Schritte vom Kloster. Zur Existenz der Kreuze ist zu sagen, dass ein viertes bis um 1840 anstelle des Baumes stand. Nach überlieferten Erzählungen sei dieses zerschlagen worden.
Das Zwischenstadium "bey den Vier Creutzen" belegt schon die Gemeinderechnung aus dem Jahre 1662, während noch 1679 der ursprüngliche Name "bey den Sieben Creutzen" verwendet wird.

Zwischen 1977 und 1981 wurden mehrfach publizierte Grabungen angestellt. Dort wurden eindeutig in Verlängerung der Reihe der stehenden Male drei Löcher mit einer Häufung loser liegender Feldsteine gefunden: Die Lochstellen der drei fehlenden Kreuze (der Baum vertritt ja das vierte Kreuz). Also waren es ehemals sieben! Das ist wohl das deutlichste Indiz für die Überlieferung. Zudem wurde danach das eingehauene Kreuz im jetzt ganz feldwärts stehenden Mal als symbolisch für alle bezeichnet, da es einst in der Mitte stand und Gemeinsamkeit, gemeinsamen Ursprung und Anlass symbolisierte.
Im Zusammenhang mit den Kreuzen wäre auch noch der Flurname "An der Kreuzgelänge" (Ackerlagenbei den Kreuzen liegend) zu erwähnen. Er wurde um 1620 schon vielfach benutzt. Ein möglicher Klostergang (Fluchtweg) in Richtung "Neue Grube" müsste erst nachgewiesen werden.